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![]() Das Bambus-Lexikon The Bamboo Lexicon |
Das Beschneiden und Formieren an den Sorten von Fargesia murielae, bekannt als Gartenbambus, aber auch bei anderen Fargesia Arten und Sorten, wird für mich immer mehr zu einer vergnüglichen Nebenbeschäftigung.
Aus Platzmangel habe ich 2005 mehrere der vielen, mehr als 15 Jahren alten, teilweise 3 m hohen und auch weit überhängenden Sämlinge einfach abgeschnitten und war überrascht bzw. sehr erstaunt, wie auch die schlechteren Sämlingstypen (die Unikata sind nicht vermehrungswürdig) kompakt und buschig, teilweise sogar wüchsiger wurden.
Inzwischen gefallen mir die leicht formierten Pflanzen teilweise wesentlich besser als kleinere, weit überhängende oder große Solitärs.
Die Pflanzen werden durch den Schnitt nicht nur buschiger und blickdicht, sondern beanspruchen in der Regel nur 1/4 des normalen Platzes. Außerdem geben sie dem Garten oder Gartenteil einen besonderen Charme.
Auch bei der Kübelpflanzenhaltung gibt der natürliche Schnitt und auch der Formschnitt besonders bei den Fargesien ein dekorativeres Erscheinungsbild.
Der richtige Zeitpunkt ist im zeitigen Frühjahr, bevor der Bambus neue Blätter treibt.
Verjüngung bei älteren Bambussolitärs oder Bambushecken:
Auch hier ist der beste Zeitpunkt das zeitige Frühjar, bevor die Pflanzen wieder 'zum Leben erwachen'.
Eine Verjüngung bei älteren Fargesia Solitärs, die zu hoch oher zu breit geworden sind ist ohne Probleme möglich. Entweder beschneiden Sie mit einer Heckenschere, dann bekommt die Pflanze eine gleichmäßige Form. Oder Sie schneiden mit einer Gartenschere (Rosenschere) die Halme in unterschiedlichen Höhen ab. Schneiden immer 1 cm über dem Konoten, also der Verzweigung. So behält die Pflanze ihren natürlichen Wuchscharakter und die Schnittstellen werden schnell von den neuen Blättern verdeckt..
Wenn die Pflanze zu groß geworden ist, also auch am Boden zu viel Fläche einnimmt, so stechen Sie mit einem scharfen Spaten rundherum oder seitlich ab. Auch alte Beständen lassen sich verjüngen: allerdings benötigen Sie hier eine Axt oder elekrische Kettensäge, um Teilstücke zu entfernen oder die Pflanze in mehrere Stücke zu zerlegen. Bei dieser Radikalkur sollten die Halme um 1/3 eingekürzt werden, da die Teilstücke über zu wenig Wurzelmasse verfügen. Alte Halme sollten grundsätzlich herausgeschnitten werden, damit die Pflanze auch im Inneren wieder grünt.
So groß und breit müssen die Pflanzen nicht werden (großes Bild). Schneiden und stechen Sie rechtzeitg, wenn Sie feststellen, dass die Pflanzen zu groß werden!
Der erste Schnitt erfolgt im Frühjahr vor dem Neuaustrieb, bevor die Pflanzen neue Blätter austreiben (In wärmeren Regionen in der Regel ab Ende März). Nachdem der Bambus sich komplett neu beblättert hat sollte der 2. Schnitt erfolgen. Ein weiterer Nachschnitt nach ca. 4 bis 6 Wochen vollendet den Formschnitt in wärmeren Regionen. Im nächsten Jahr recht es dann, die Pflanzen, wieder vor dem Neuaustrieb, den Bambus mit einem einmaligen Schnitt in die richtige Form zu bringen. Die bis zum Herbst über die Pflanzen herausschießenden neuen Halme sollte innerhalb der alten Höhe eingekürztz werden.
In kühleren Regionen, wie Schleswig-Holstein, im Küstenbereich von Niedersachsen und Mecklenburg, in Dänemark etc., erfolgt der Schnitt wesentlich später (in der Regel ab Mai). Hier ist der 2. Schnitt bis Juni möglich. Die bis zum Herbst über die Pflanzen herausschießenden neuen Halme sollte innerhalb der alten Höhe eingekürztz werden. Im nächsten jahr sollte in diesen Regionen nach dem 1. Schnitt noch ein 2. erfolgen, denn erst dann ist der Formschnitt vollendet.
Trauen Sie sich, es bereitet viel Freude und Sie ernten Bewunderung.
Mit folgenden Bambusarten gelingt es fast überall.
Sämtliche Typen von Fargesia murielae (neue Schreibweise=murieliae)
Fargesia Spez. 'Jizhaigou1' und 'Geneve' (besonder gut geeignet)
Fagresia nitida 'Fontäne
Fargesia denudata (besonders gut geeignet)
Fargesia rufa (besonders gut geeignet)
Fargesia dragocephala 'Hanseat'
Fagresia robusta 'Campbell'
Borinda angustissima in wintermilden Regionen
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Formschnitt an Fargesia und Gartenbambus:
Fargesia rufa als dekorative Hecke:
Auch bei einem jährlichen Rückschnitt wird die Wüchsigkeit dieser beeindruckenden und schnell wachsenden Fargesie nicht negativ beeinflusst.
Die Hecke hatte ich vor dem Austrieb mit einer elektr. Heckenschere nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Breite beschnitten. Auf der 1. Abbildung ist deutlich ein 100% -iger Höhenzuwachs gegenüber dem ersten Schnitt zu erkennen. Jetzt können die Halme mit einer Rosenschere oder Felco einzeln eingekürzt werden.
Die 2.Abb. zeigt die Hecke nach dem Schnitt der einzelnen Halme. Ich habe alle Halme etwa 10-20 cm unterhalb der alten Heckenhöhe eingekürzt; damit wachsen die neuen Zweige und Blätter nicht wesentlich über die alte Höhe hinaus. Geschnitten wird nur wenig oberhalb der Nodie (Knoten = die leicht verdickte Stelle am Halm, wird auch als Halmscheidenring oder Halmring benannt), damit später die trockenen Halmabschnitte nicht sichtbar sind.
Möchten Sie einen Höhenzuwachs haben, so schneiden Sie zunächst die einzelnen Halme in der gewünschten Höhe ab. Denken Sie auch hier daran, dass Sie den Zweigzuwachs (etwa 10-20 cm) noch dazurechnen müssen. Der Rest der Hecke wird dann bald auf diese Höhe nachwachsen.
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Alle Indocalamus, Pleioblastus, Sasa, Sasaella und andere bodendeckende Arten lassen sich ebenso schneiden oder formieren. Hier erfolgt der Schnitt etwas später, da die Pflanzen bei uns in Deutschland später austreiben.
Indocalamus tesselatus und latifolius lassen sich durch ein regelmäßiges Abstechen und durch einen jährlichen Schnitt auch auf kleineren Flächen oder als Kübelpflanze halten.
Alle Indocalaumus treiben in der Regel erst ab Juni, in Schleswig-Holstein und Dänemark erst im Juli bis August aus.
![]() Bei dieser niedrigen Hecke mit Indocalamus tesselatus sind nur die Halme eingekürzt |
![]() Schnitt für ein Rundbeet. Der richtige Schnittzeitpunkt ist kurz vor dem Austrieb |
Durch einen Formschnitt können die Pflanzen auch in kleineren Pflanzgefäßen kultiviert werden.
Besonders gut eignet sich Bambusa multiplex und Bambusa tuldoides 'Ventricosa-Kimmei'
Als Bonsai werden nur wenige Halme stehen gelassen. Die Halme und Zweige werden eingekürzt und anschließend das Wurzelwerk beschnitten und in flache Pflanzschalen getopt.
![]() Bambusa vulgaris 'Wamin': hier wurden nur die Spitzen eingekürzt | ![]() Bambusa tuldoides 'Ventricosa' als Bonsai | ![]() in Schalen oder Töpfen | ||
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Für diese Art des Formschnittes eignen sich besonders einige Arten von Bambusa. Aber auch mit Pseudosa, Pleioblastus oder Sasa lassen sich die Bonsaischalen bepflanzen.
Die Bambus Bonsais müssen frostfrei in kühlen Innenräumen überwintern. Um so kühler der Raum je weniger muß gegossen werden. Auf gute Durchlüftung achten! Je nach Region werden die Gefäße im Frühjahr an einen halbschattigen Platz ins Freie gestellt. Vor Nachtfrösten schützen.
© Das Bambus-Lexikon wurde als frei zugängliche Datenbank nach einer Idee von Fred Vaupel 2005 erstellt und erarbeitet.