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![]() Das Bambus-Lexikon The Bamboo Lexicon |
<h4>In der Regel benötigt jeder Bambus 3 - 5 Jahre, um sich am Standort zu etablieren (gut einzuwurzeln). Erst nach dieser Zeit haben die Pflanzen die angegebenee Winterhärte erreicht, die allerdings sehr vom Standort abhängig ist. Für Winter wie 2009/2010 mit mehr als 100 Tagen Frost bis -18° ist Bambus nicht geschaffen. Das bedeutet aber auch, dass Ihre Bambuspflanzen bis zu diesem Zeitpunkt zusätzlich gewässert (auch an frostfreien Wintertagen), gedüngt (Frühjahr bis Sommer) und in vielen Regionen mit einem Winterschutz versehen werden müssen. </h4>
Bambus, besonders einige Fargesia Arten verlieren bis zum Winter einen Teil ihrer Blätter und schützen sich auch im Winter durch Blattrollen vor der Verdunstung (bei tiefen Temperaturen oder bei Wintersonne). Das bedeutet aber nicht in jedem Fall Wassermangel.
Im Winter können die Pflanzen besonders bei schweren und undurchlässigen Böden leicht überwässert werden. Eine Fargesia vertrocknet schneller, als ein Ausläufer treibender (leptomorpher) Bambus, Phyllostachys, Pseudosasa, Pleioblastus, Sasa etc., der sich auf großen Flächen durch seine weit verzweigten Rhizome und tiefer gehenden Wurzeln in der Regel selber mit Wasser versorgen kann.
![]() Winterschutz an einem sonnigen Standort. Vlies- oder Noppenfolie schützt zusätzlich |
ist bei Bambus nur in kälteren Regionen erforderlich. Dabei reicht es nicht immer, den Wurzelbereich mit Stroh, Laub oder Häckselgut abzudecken. Da die Bambusblätter an windigen und sonnigen Standorten im Winter sehr stark in Mitleidenschaft gezogen werden können, empfiehlt es sich den Wurzelbereich mit Strohballen abzudecken und rundherum in eine Schilfmatte einzupacken. Kkleinere Pflanzen solten noch schattiert (Schattiergewebe oder Schilfmatte) oder zusätzlich mit Noppenfolie zu umwickeln. In einigen Regionen ist eine Bodenabdeckung mit Stroh oder Laub vor Winterbeginn zu empfehlen. Auch scheint eine zusätzliche Gabe von Mangan im September für eine bessere Winterhärte zu sorgen.
Stellen sie einen 50 Zentimeter bis 1 Meter hohen Kaninchen- oder Hühnerdraht kreisförmig um die Pflanze. Füllen sie den Drahtkorb vor Einsetzen der ersten Fröste (in der Regel ab Mitte November) mit einer ca. 30 Zentimeter dicken Strohschicht, die Sie gut festpressen. Ab Winterbeginn (bei zu erwartenden tieferen Temperaturen) erhöhen sie die Strohschicht bis zum Korbrand. Bei trockenen Winden verhindert ein Vlies oder eine Strohmatte(Schilfmatte) das Austrocknen der Blätter. Bei einem Winterschutz ohne Drahtkorb decken sie die Schutzschicht (Stroh oder trockenes Laub) mit Tannenzweigen ab.
Bei der Überwinterung Ihrer Bambuspflanzen im Kübel ist darauf zu achten, dass die Pflanzen entsprechend den Temperaturen gegossen werden. Ein durchfrieren des Substrates muß verhindert werden.
In einem kühlen Winterquartier ist der Bedarf an Wasser nur gering und das Substrat sollte eher trockener als zu nass gehalten werden. Alle Bambuspflanzen sollten frostfrei überwintert werden. Ideal sind Temperaturen zwischen 3 ° und 7 °. In dieser Ruhephase kommen die Bambuspflanzen mit sehr wenig Licht aus. Hier reicht schon eine Pflanzenleuchte, die ca. 4 - 5 Stunden am Tag in Betrieb ist. In beheizten Wintergärten muss ein ausreichender Luftaustausch gewährleistet sein, da die Pflanzen sonst schnell vergeilen, d.h. die Halme verholzen zu spät und bleiben weich und schlapp. Das Überwintern in beheizten Wohnräumen ist sehr problematisch und nur für tropische Arten zu empfehlen.
![]() Winterschutz in China für kurzzeitige Fröste bis -5° bei Bambusa multiplex |
Wem keine frostfreie Überwinterungsmöglichkeit zur Verfügung steht, der sollte bei seiner Pflanzenauswahl auf möglichst winterharte Bambusarten achten. In klimatisch wärmeren Gebieten entstehen bei einer Überwinterung im Freiland in der Regel keine Probleme. In kälteren Gegenden sollten die Bambuspflanzen im Kübel an einer schattigen und geschützten Stelle überwintert werden. Das Durchfrieren des Wurzelbereichs sollte verhindert werden, indem die Pflanzen vorübergehend an einen frostfreien Standort verbracht werden. Ansonsten sind die Pflanzen bei tiefen Temperaturen mit einem guten und ausreichenden Winterschutz zu versehen. Noppenfolie oder ein Vlies und Schattiergewebe hat sich gut bewährt. Trotzdem sind Blattschäden nicht immer zu verhindern.
Bei tiefen Minusgraden ist es ratsam, die Kübel unter ein Dach (Carport) oder in eine Garage zu stellen, denn auch an dunkleren Stellplätze kann Bambus für kurze Zeit überwintern. Außerdem bietet sich die Möglichkeit mit Heizkabeln, Heizstäben oder Heizplatten ein Durchfrieren zu verhindern. Von innen mit Styrodor ausgekleidete Pflanzkübel haben sich gut bewährt und verhindern häufig das Durchfrieren des Substrats. Vergessen Sie nicht Ihre Bambuspflanzen an frostfreien Tagen ab und an zu wässern.
Fred Vaupel im Oktober 2005
Ein umfangreiches Pflanzensortiment finden Sie in 31275 Lehrte bei Hannover und auch im Internet
© Das Bambus-Lexikon wurde als frei zugängliche Datenbank nach einer Idee von Fred Vaupel 2005 erstellt und erarbeitet.